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Ratgeber · Operations

KI in der Verpackungsindustrie: Was Mittelständler wirklich umsetzen können

Lesezeit: 12 Minuten · Aktualisiert: Mai 2026

Von Stefan Preusler, Geschäftsführer

Warum KI in der Verpackungsindustrie anders ist

Die Verpackungsindustrie steht unter dreifachem Druck. Regulierung, Kosten und Kundenanforderungen zwingen Betriebe dazu, effizienter zu arbeiten. Die Verpackungs und Verpackungsabfallverordnung, kurz PPWR, verlangt ab 2025 detaillierte Materialnachweise und digitale Produktpässe. Gleichzeitig steigen Rohstoffpreise für Karton, Kunststoff und Folie. Kunden verlangen kürzere Lieferzeiten und nachhaltigere Verpackungen.

Jede Verpackungslinie erzeugt täglich Daten. Taktzeiten, Füllmengen, Dichtheitsprüfungen, Materialverbrauch, Energieflüsse, Formatwechselzeiten. Doch die meisten Verpackungsbetriebe nutzen diese Daten nicht systematisch. Sie liegen in Maschinensteuerungen, isolierten Excel Dateien oder veralteten ERP Systemen. Der Datenschatz bleibt ungenutzt, weil keine Verbindung zwischen den Systemen besteht.

Künstliche Intelligenz kann diesen Datenschatz heben. Nicht mit sechsstelligen Investitionen oder neuen Maschinen. Sondern mit einer Intelligenz Schicht, die bestehende Systeme verbindet und Muster erkennt, die kein Mensch sieht. Eine Middleware liest Daten aus Maschinensteuerungen, ERP und MES aus, ohne bestehende Systeme zu ersetzen. Eine Wissensbasis speichert das Expertenwissen des Betriebs. Eine Rules Engine prüft automatisch, ob Aufträge den regulatorischen Anforderungen entsprechen.

Der Unterschied zur klassischen Produktion liegt in der Materialvielfalt. Ein Verpackungsbetrieb arbeitet mit Karton, Wellpappe, Folie, Kunststoff, Glas und Metall. Jeder Auftrag hat andere Anforderungen an Format, Materialstärke, Bedruckung und Versiegelung. Das macht die Planung komplexer als in einer reinen Fertigung mit Standardteilen. KI hilft hier, indem sie aus der Auftragshistorie lernt und optimale Reihenfolgen, Zuschnitte und Maschineneinstellungen vorschlägt.

Die 5 Anwendungsfelder, die im Mittelstand wirklich funktionieren

Die Verpackungsbranche bietet fünf konkrete Einsatzgebiete für KI, die sich bereits in mittelständischen Betrieben bewährt haben. Nicht als Experimente, sondern als produktive Systeme mit messbarem Return on Investment.

Automatisierte Qualitätskontrolle mit Vision Systemen

Die manuelle Qualitätskontrolle an Verpackungslinien ist fehleranfällig und personalintensiv. Mitarbeiter prüfen Stichproben auf Füllmengen, Dichtheit, Etikettierung und Druckqualität. Doch bei hohen Taktzeiten bleiben Fehler unentdeckt. Ein verschobenes Etikett, eine undeutliche Haltbarkeitsangabe oder eine undichte Versiegelung führen zu Reklamationen oder Lebensmittelrückrufen.

KI gestützte Vision Systeme erkennen diese Fehler in Echtzeit. Kameras an der Verpackungslinie fotografieren jede Packung und vergleichen sie mit dem Soll. Die Muster Erkennung identifiziert Abweichungen wie verschmierte Druckbilder, falsche Füllmengen oder fehlende Etiketten. Das System lernt kontinuierlich dazu und passt sich neuen Fehlerbildern an.

Die Kosten für ein erstes System liegen bei 8.000 bis 25.000 Euro pro Linie. Das umfasst Kameras, Beleuchtung, Softwarelizenz und Integration. Die Intelligenz Schicht verbindet die Kameras mit dem ERP System und der Liniensteuerung. So fließen Prüfergebnisse direkt in die Produktionsstatistik ein. Die Wissensbasis speichert alle Fehlermuster und ermöglicht eine langfristige Trendanalyse. Betriebe erreichen eine Ausschussreduktion um 15 bis 30 Prozent und senken gleichzeitig den Personalaufwand in der Endkontrolle.

Ein wichtiger Vorteil: Die Nachrüstung ist herstellerunabhängig. Egal ob die Linie von Multivac, Bosch, IMA oder einem anderen Hersteller stammt. Die Middleware liest die vorhandenen Signale aus und ergänzt sie um Kameradaten.

Intelligente Format und Reihenfolgeplanung

Verpackungsbetriebe arbeiten im Auftrag. Jeder Job hat andere Anforderungen an Format, Material, Farbe und Liefertermin. Die Reihenfolge der Aufträge bestimmt, wie oft umgerüstet werden muss. Ein Wechsel von Karton zu Folie, von Weiß zu Schwarz, von Kleinformat zu Großformat kostet Zeit und Material. In vielen Betrieben entscheidet die Disposition intuitiv oder nach Erfahrung. Das ist besser als nichts, aber nicht optimal.

KI optimiert die Auftragsreihenfolge nach mehreren Parametern gleichzeitig. Die Rules Engine berücksichtigt Liefertermine, Materialverfügbarkeit, Maschinenstatus und Umrüstzeiten. Sie gruppiert Aufträge mit ähnlichen Eigenschaften und minimiert Wechsel. Ein Betrieb, der zuvor fünf Mal pro Tag das Format wechselte, reduziert das auf zwei Mal. Die Maschinenlaufzeit steigt um 10 bis 20 Prozent.

Die Kosten für ein Planungssystem liegen bei 10.000 bis 30.000 Euro. Die Integration erfolgt über die Middleware, die Daten aus ERP, Lagersystem und Maschinensteuerung zusammenführt. Die Wissensbasis speichert historische Umrüstzeiten und lernt daraus. Je länger das System läuft, desto präziser werden die Vorschläge.

Dieses Anwendungsfeld ist besonders für Betriebe mit vielen kleinen Losgrößen relevant. Je heterogener das Auftragsportfolio, desto größer das Optimierungspotenzial. Ein Faltschachtel Betrieb mit 50 verschiedenen Formaten profitiert stärker als ein Standardgebinde Hersteller.

Material und Abfalloptimierung

Material ist der größte Kostenblock in der Verpackungsindustrie. Karton, Wellpappe, Folie, Kunststoff und Klebstoff machen oft mehr als 50 Prozent der Gesamtkosten aus. Jeder Millimeter zu viel beim Zuschnitt, jede überdimensionierte Verpackung, jeder Produktionsabfall schmälert die Marge. Der Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbau, kurz VDMA, gibt an, dass datenbasierte Optimierung den Materialverbrauch in der Verpackungsfertigung um bis zu 20 Prozent senken kann.

KI analysiert die Auftragshistorie und erkennt Muster im Materialverbrauch. Die Muster Erkennung identifiziert, bei welchen Aufträgen das Material nicht optimal genutzt wird. Das System schlägt bessere Zuschnitte vor, passt Verpackungsgrößen an und reduziert Überbestände im Lager. Die Middleware verbindet das Planungssystem mit Lager und Einkauf. So werden Materialbestellungen automatisch an die prognostizierte Nachfrage angepasst.

Die Kosten liegen bei 8.000 bis 20.000 Euro. Der Return on Investment kommt schnell, da Material sofort einspart. Ein Betrieb, der jährlich 500.000 Euro für Karton ausgibt, spart bei 10 Prozent Reduktion 50.000 Euro pro Jahr. Zusätzlich sinkt der Abfall, was die Verpackungssteuer nach dem Verpackungsgesetz reduziert. Die PPWR fordert zunehmend Materialreduktion und Recyclingfähigkeit. Wer hier proaktiv optimiert, vermeidet spätere regulatorische Kosten.

Die Wissensbasis dokumentiert alle Materialentscheidungen. Sie speichert, warum ein bestimmtes Material für einen Auftrag gewählt wurde und ob die Alternative besser gewesen wäre. Das schafft Transparenz und ermöglicht kontinuierliche Verbesserung.

Predictive Maintenance für Verpackungslinien

Ungeplante Stillstände sind der Albtraum jedes Verpackungsbetriebs. Eine stehende Linie bedeutet verpasste Liefertermine, Überstunden und unzufriedene Kunden. Die klassische Wartung nach festem Intervall ist kostspielig, weil Teile zu früh oder zu spät getauscht werden. Predictive Maintenance, also vorausschauende Wartung, analysiert Maschinendaten und sagt Verschleiß voraus.

Die Intelligenz Schicht liest Vibrationsdaten, Temperaturen, Energieflüsse und Taktzeiten aus der Maschinensteuerung. Die Muster Erkennung identifiziert Anomalien, die auf einen bevorstehenden Ausfall hindeuten. Ein Lager, das unregelmäßig vibriert, eine Pumpe, die mehr Strom zieht, eine Heizung, die langsamer hochfährt. All das sind Frühwarnsignale, die ein KI System erkennt, bevor der Mensch sie bemerkt.

Die Kosten für ein Predictive Maintenance System liegen bei 15.000 bis 40.000 Euro. Das umfasst Sensoren, Software, Integration und Schulung. Der Return on Investment kommt durch die Reduktion ungeplanter Stillstände um 25 bis 40 Prozent. Ein einziger vermiedener Ausfall an einer wichtigen Linie kann die gesamte Investition amortisieren. Die Wissensbasis speichert alle Wartungshistorien und lernt daraus, welche Parameter bei welcher Maschine kritisch sind.

Dieses Anwendungsfeld ist besonders für Betriebe mit mehreren Linien relevant. Je älter der Maschinenpark, desto größer das Risiko und desto höher der Nutzen. Neue Maschinen haben oft bereits eingebaute Diagnosesysteme. Bei älteren Maschinen schließt KI die Lücke.

PPWR Dokumentation und digitale Produktpässe

Die Verpackungs und Verpackungsabfallverordnung stellt neue Anforderungen an Verpackungshersteller. Ab 2025 müssen Unternehmen detaillierte Angaben zu Material, Gewicht und Recyclingfähigkeit erfassen. Digitale Produktpässe werden verpflichtend. Das zentrale Verpackungsregister LUCID erfordert Meldungen und Nachweise. Die manuelle Erfassung dieser Daten ist aufwändig und fehleranfällig.

KI automatisiert die PPWR Dokumentation. Die Rules Engine prüft vor jedem Auftrag, ob alle Pflichtangaben vorhanden sind. Material, Gewicht, Recyclinganteil, Trennbarkeit. Fehlt ein Wert, wird der Auftrag blockiert oder es wird eine Warnung ausgegeben. Die Wissensbasis speichert alle Nachweise und stellt sie für Audits und Meldungen bereit. Die Verbindung zu LUCID erfolgt über die Middleware, die Daten automatisch überträgt.

Die Kosten für ein PPWR Dokumentationssystem liegen bei 5.000 bis 15.000 Euro. Die Einsparungen sind schwer in Euro zu quantifizieren, aber immens. Die manuelle Dokumentation reduziert sich um 70 bis 90 Prozent. Bußgelder bei nicht rechtzeitiger Meldung werden vermieden. Kunden, die digitale Produktpässe verlangen, können sofort bedient werden. Das ist ein Wettbewerbsvorteil, der zunehmend zum Ausschlusskriterium wird.

Dieses Anwendungsfeld ist für alle Verpackungsbetriebe relevant, unabhängig von der Größe. Die PPWR gilt für alle Hersteller, Importeure und Händler. Wer frühzeitig automatisiert, spart später Zeit und Geld.

Entscheidungsmatrix: Welche KI Lösung passt zu welchem Betrieb?

Nicht jedes Anwendungsfeld passt zu jedem Betrieb. Die Entscheidungsmatrix zeigt, welche KI Lösung für Ihre Verpackungsart und Betriebsgröße sinnvoll ist.

Anwendungsfeld Aufwand Kosten KMU Tauglichkeit Voraussetzung
Qualitätskontrolle Vision Mittel 8.000 bis 25.000 € Hoch Kameramontage an Linie möglich
Format und Reihenfolgeplanung Niedrig 10.000 bis 30.000 € Hoch ERP Exporte verfügbar
Material und Abfalloptimierung Niedrig 8.000 bis 20.000 € Hoch Auftragshistorie vorhanden
Predictive Maintenance Mittel 15.000 bis 40.000 € Mittel Maschinenschnittstellen oder Sensoren
PPWR Dokumentation Niedrig 5.000 bis 15.000 € Hoch Materialdaten im ERP oder Artikelstamm

Empfehlung für den Einstieg: Starten Sie mit Materialoptimierung oder PPWR Dokumentation. Beide haben niedrige Kosten, schnellen Return on Investment und hohe regulatorische Relevanz. Die Formatplanung eignet sich besonders für Betriebe mit vielen Losgrößen. Predictive Maintenance ist die strategischste, aber auch kapitalintensivste Investition.

Was kostet KI in der Verpackungsindustrie wirklich?

Die Kosten für KI in der Verpackungsindustrie hängen von der Betriebsgröße und dem gewählten Anwendungsfeld ab. Die folgende Tabelle zeigt typische Kostenpositionen für einen Kleinbetrieb mit 30 Mitarbeitern und einen Mittelbetrieb mit 100 Mitarbeitern.

Kostenposition 30 MA Betrieb 100 MA Betrieb
Softwarelizenz (Pilot, 3 Monate) 3.000 bis 6.000 € 6.000 bis 12.000 €
Hardware (Kameras, Sensoren) 2.000 bis 5.000 € 5.000 bis 12.000 €
Integration und Middleware 3.000 bis 8.000 € 8.000 bis 20.000 €
Schulung und Change Management 1.000 bis 3.000 € 3.000 bis 8.000 €
Pilot gesamt 5.000 bis 15.000 € 15.000 bis 30.000 €
Rollout (weitere Linien) 10.000 bis 25.000 € 25.000 bis 60.000 €
Skalierung (jährlich) 5.000 bis 10.000 € 10.000 bis 25.000 €

Die Zahlen sind Richtwerte. Ein rein softwarebasierter Einstieg bei Materialoptimierung oder PPWR Dokumentation liegt am unteren Ende. Ein System mit mehreren Kameras, Sensoren und Linienintegration liegt am oberen Ende. Die meisten Betriebe erreichen einen ROI innerhalb von 6 bis 12 Monaten durch Materialeinsparung, Ausschussreduktion oder vermiedene Stillstände.

Der 90 Tage Einstiegsplan

Verpackungsbetriebe haben keine Zeit für Monate der Analyse. Der 90 Tage Plan zeigt einen konkreten Fahrplan vom ersten Datenaudit bis zum produktiven Piloten.

Monat 1

Datenaudit und Systemanalyse

Ziel: Verstehen, welche Daten vorhanden sind und wo Lücken bestehen.

  • Export von Maschinenlogs und ERP Daten
  • Analyse der Auftragshistorie (12 Monate)
  • PPWR Lücken identifizieren
  • Middleware Architektur planen

Kosten: 2.000 bis 5.000 €

Monat 2

Pilot an einer Linie

Ziel: Erste KI Anwendung produktiv nutzen und messen.

  • Middleware anbinden
  • Materialoptimierung oder Qualitätskontrolle starten
  • Rules Engine für PPWR prüfen konfigurieren
  • Wissensbasis mit ersten Regeln füllen

Kosten: 5.000 bis 15.000 €

Monat 3

Auswertung und Rollout Planung

Ziel: ROI quantifizieren und nächste Schritte definieren.

  • Materialverbrauch vorher/nachher vergleichen
  • Ausschussrate und Fehlerquote messen
  • Rollout auf weitere Linien planen
  • Investitionsentscheidung für Skalierung

Kosten: 1.000 bis 3.000 €

Der Plan ist absichtlich pragmatisch. Kein Big Bang, keine große Strategiephase. In 90 Tagen wissen Sie, ob KI in Ihrem Betrieb funktioniert und welcher Return on Investment realistisch ist.

Checkliste: Ist Ihr Betrieb bereit für KI?

Beantworten Sie die folgenden zehn Fragen, um einzuschätzen, wie weit Ihr Betrieb auf dem Weg zu einer Intelligenz Schicht ist.

Auswertung: 0 bis 4 Punkte: Ihr Betrieb braucht zunächst ein Datenaudit. 5 bis 7 Punkte: Sie sind bereit für einen Piloten. 8 bis 10 Punkte: Sie können direkt mit einem Rollout starten.

Die 3 häufigsten Fehler

Die Erfahrung zeigt, dass KI Projekte in der Verpackungsindustrie nicht am Algorithmus scheitern, sondern an organisatorischen und strategischen Fehlern. Hier die drei häufigsten Stolpersteine.

Fehler 1: Hersteller Lock in

Folge: Sie kaufen eine KI Lösung, die nur mit Maschinen eines Herstellers funktioniert. Bei einem Wechsel oder einer Erweiterung verlieren Sie die Investition.

Lösung: Setzen Sie auf eine herstellerunabhängige Intelligenz Schicht mit offener Middleware. Die verbindet Multivac, Bosch, IMA und alle anderen Systeme in einer einheitlichen Ebene.

Fehler 2: Design statt Produktion

Folge: Sie investieren in KI für Verpackungsdesign, Mock ups oder Logos. Das ist nett, aber es senkt weder Kosten noch steigert es die Linieneffizienz.

Lösung: Starten Sie mit operativen Anwendungsfeldern. Materialoptimierung, Formatplanung oder PPWR Dokumentation liefern schnelleren Return on Investment als Design Tools.

Fehler 3: PPWR Daten zu spät erfasst

Folge: Sie warten, bis die Regulierung vollständig greift. Dann müssen Sie in kürzester Zeit manuell tausende Verpackungen dokumentieren. Das kostet Zeit, Geld und Nerven.

Lösung: Erfassen Sie PPWR relevante Daten jetzt automatisch. Eine Rules Engine prüft vor jedem Auftrag die Vollständigkeit. Die Wissensbasis archiviert alle Nachweise für LUCID und digitale Produktpässe.

PPWR Compliance: Wie KI bei der Verpackungsverordnung hilft

Die Verpackungs und Verpackungsabfallverordnung ist der größte regulatorische Umbruch für Verpackungshersteller seit Jahrzehnten. Ab 2025 müssen Unternehmen detaillierte Nachweise führen. Digitale Produktpässe werden für viele Produktgruppen verpflichtend. Das zentrale Verpackungsregister LUCID verlangt Meldungen zu Material, Menge und Recyclingfähigkeit.

Die manuelle Erfassung ist aufwändig und fehleranfällig. Bei hunderten oder tausenden Verpackungsvarianten verliert selbst ein erfahrenes Team den Überblick. KI automatisiert diesen Prozess. Die Rules Engine prüft vor jedem Auftrag, ob alle Pflichtangaben vorhanden sind. Fehlt ein Wert, wird der Auftrag blockiert oder es wird eine Warnung ausgegeben.

Die 8 PPWR Pflichtpunkte und KI Unterstützung

1

Materialzusammensetzung erfassen

KI liest Materialstammdaten aus dem ERP und ergänzt fehlende Angaben durch Mustererkennung in Lieferantendokumenten.

2

Gewicht je Verpackungseinheit dokumentieren

Waagensignale aus der Produktion werden automatisch erfasst und den Aufträgen zugeordnet.

3

Recyclingfähigkeit bewerten

Die Wissensbasis speichert Recyclingprofile für jedes Material und prüft automatisch, ob die Verpackung den Anforderungen entspricht.

4

Trennbarkeit von Mehrschichtverpackungen prüfen

Die Rules Engine prüft, ob Materialkombinationen trennbar sind und warnt bei nicht recycelbaren Kombinationen.

5

Mindestanteile recycelter Materialien nachweisen

KI verknüpft Lieferantenzertifikate mit Materialchargen und erstellt automatische Nachweise.

6

LUCID Meldung vorbereiten

Die Middleware aggregiert alle Verpackungsdaten pro Jahr und erstellt die Meldedatei für das zentrale Verpackungsregister.

7

Digitale Produktpässe anlegen

KI generiert automatisch Produktpässe mit allen verpflichtenden Angaben und stellt sie für Kunden und Behörden bereit.

8

Audit Readiness sicherstellen

Die Wissensbasis speichert alle Nachweise chronologisch und stellt sie bei Behördenchecks oder Kundenaudits vollständig bereit.

Wer diese acht Punkte manuell abarbeitet, benötigt mehrere Wochen pro Jahr. Mit KI reduziert sich der Aufwand auf wenige Stunden. Die Regeln prüfen, die Middleware überträgt, die Wissensbasis archiviert. Der Mensch kontrolliert nur noch die Ausnahmefälle.

Fazit

KI in der Verpackungsindustrie ist kein Maschinenhersteller Monopol. Mittelständler können mit bestehendem Park starten, über eine Intelligenz Schicht, die Daten verbindet und Muster erkennt. Der Einstieg kostet weniger als eine durchschnittliche PPWR Compliance Beratung.

Die fünf Anwendungsfelder sind erprobt und messbar. Qualitätskontrolle mit Vision Systemen reduziert Ausschuss. Intelligente Formatplanung steigert die Linienlaufzeit. Materialoptimierung senkt den größten Kostenblock. Predictive Maintenance vermeidet teure Ausfälle. PPWR Dokumentation sichert den regulatorischen Bestand.

Der Unterschied zu herstellergebundenen Lösungen liegt in der Offenheit. Eine Middleware verbindet alle Maschinen und Systeme, unabhängig vom Hersteller. Eine Wissensbasis speichert das Expertenwissen des Betriebs. Eine Rules Engine prüft automatisch, ob Aufträge den regulatorischen und qualitativen Anforderungen entsprechen.

Wer heute startet, hat in 90 Tagen erste Ergebnisse. Wer wartet, bis die Regulierung vollständig greift, spielt Aufholjagd.

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Häufig gestellte Fragen

Brauche ich neue Verpackungsmaschinen für KI?
Nein. Die meisten KI Anwendungen in der Verpackungsindustrie lassen sich mit bestehenden Maschinen und Nachrüstsensoren realisieren. Eine Intelligenz Schicht liest Daten aus bestehenden Steuerungen, ERP Systemen und Kameras aus. Neue Maschinen sind nur bei spezialisierten Vision Systemen nötig, die Inline Prüfung erfordern. Die Middleware verbindet alte und neue Maschinen in einer einheitlichen Datenebene.
Funktioniert KI mit meinem ERP oder MES?
Ja, sofern das System Datenexporte oder Schnittstellen bietet. Eine Middleware verbindet ERP, MES und Maschinensteuerungen, ohne bestehende Systeme zu ersetzen. Die Intelligenz Schicht arbeitet als übergeordnete Ebene, die Daten aus allen Quellen zusammenführt und analysiert. Selbst ältere ERP Systeme können über CSV Exporte oder Datenbank Zugriffe angebunden werden.
Was kostet der Einstieg wirklich?
Ein Pilotprojekt kostet zwischen 5.000 und 15.000 Euro. Ein Rollout über mehrere Linien liegt bei 15.000 bis 40.000 Euro. Die Kosten hängen von der Anzahl der Maschinen, der Datenqualität und dem gewählten Anwendungsfeld ab. Materialoptimierung und Auftragsplanung sind die kostengünstigsten Einstiegspunkte. Predictive Maintenance und Vision Systeme liegen am oberen Ende. Die meisten Betriebe erreichen einen ROI innerhalb von 6 bis 12 Monaten.
Wie hilft mir KI bei PPWR und digitalen Produktpässen?
KI automatisiert die Erfassung von Verpackungsdaten wie Material, Gewicht und Recyclingfähigkeit. Eine Rules Engine prüft vor jedem Auftrag, ob alle Pflichtangaben vorhanden sind. Die Wissensbasis speichert alle Nachweise für LUCID und digitale Produktpässe. Das reduziert manuelle Dokumentation um 70 bis 90 Prozent und vermeidet Bußgelder bei nicht rechtzeitiger Meldung. Kunden, die digitale Produktpässe verlangen, können sofort bedient werden.
Wie lange dauert die Einführung?
Ein fokussierter Pilot läuft in 30 Tagen an und liefert erste Ergebnisse nach 60 Tagen. Ein vollständiger Rollout über alle Linien dauert 6 bis 12 Monate, abhängig von der Datenqualität und der Integrationskomplexität. Der 90 Tage Plan im Artikel zeigt den konkreten Fahrplan. Wichtig ist, mit einem überschaubaren Anwendungsfeld zu starten und nicht alles gleichzeitig umzusetzen.
Bin ich dann an einen Hersteller gebunden?
Nein, wenn Sie eine herstellerunabhängige Intelligenz Schicht einsetzen. Im Gegensatz zu proprietären Lösungen von Multivac, Bosch oder IMA arbeitet eine offene Middleware mit allen Maschinen und Systemen zusammen. Das verhindert Vendor Lock in und ermöglicht den Wechsel oder die Erweiterung ohne Systembruch. Die Wissensbasis bleibt beim Betrieb, auch wenn Maschinen getauscht werden.
Wie messe ich den ROI?
Messbare Kennzahlen sind: Reduktion des Materialverbrauchs in Prozent, Senkung der Ausschussrate, Erhöhung der Maschinenlaufzeit durch kürzere Umrüstzeiten, Reduktion ungeplanter Stillstände und Einsparung bei der manuellen PPWR Dokumentation. Die Muster Erkennung in der Intelligenz Schicht erstellt automatisch Vorher Nachher Vergleiche. Die meisten Betriebe erreichen einen ROI innerhalb von 6 bis 12 Monaten.
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