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Ratgeber · Finance, Buchhaltung & Cashflow

Automatische Rechnungserfassung im Mittelstand

Lesezeit: 16 Minuten · Aktualisiert: Mai 2026

Von Stefan Preusler, Geschäftsführer

Automatische Rechnungserfassung ist der Prozess, bei dem eingehende Belege digital gelesen, klassifiziert, in strukturierte Datenfelder überführt und an ein Buchhaltungssystem übergeben werden. Der Prozess läuft in vier Stufen ab: Scan, Klassifizierung, Extraktion und Validierung. Für den Mittelstand bedeutet das: Statt jeden Beleg manuell zu erfassen, liest ein System die Rechnung, erkennt den Lieferanten, extrahiert Betrag und Datum und übergibt einen vollständigen Buchungssatz an DATEV, SAP oder weclapp.

Die meisten Mittelständler zwischen 20 und 150 Mitarbeitern erhalten täglich 50 bis 300 Belege. Jeder Beleg kostet manuell zwei bis vier Minuten. Das sind drei bis zwanzig Stunden täglicher Routinearbeit. Die Folgen zeigen sich schnell: Skontofristen werden verpasst, Zahlungen verzögern sich, der Cashflow wird undurchsichtig. Automatische Rechnungserfassung ist kein Luxus mehr. Sie ist eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit für wachsende Unternehmen.

1. Das Problem: Wenn der Posteingang zum Stapel wird

Ein produzierendes KMU mit 60 Mitarbeitern erhält täglich 120 Belege. Lieferantenrechnungen, Lieferscheine, Gutschriften, Tankquittungen, Reisekostenbelege. Jeder Beleg muss erfasst, geprüft, zugeordnet und gebucht werden. Bei einem durchschnittlichen Zeitaufwand von drei Minuten pro Beleg sind das sechs Stunden täglicher Routinearbeit.

Die Folgen zeigen sich an fünf Stellen. Erstens: Die Zahlungsfristen werden knapp. Rechnungen, die erst am Tag vor Fälligkeit im System landen, lassen keine Zeit für Prüfung oder Rückfrage. Zweitens: Die Fehlerrate steigt. Müdes Personal verbucht Rechnungen auf das falsche Konto, übersieht Skontoabzüge oder ordnet Kostenstellen falsch zu. Die Korrektur kostet später doppelt so viel Zeit wie die richtige Erfassung. Drittens: Die Sichtbarkeit sinkt. Der Geschäftsführer fragt nach dem aktuellen Cashflow, aber die Buchhaltung ist zwei Wochen im Rückstand. Viertens: Skontofristen werden verpasst. Zwei Prozent Skonto auf 50.000 Euro monatlichem Einkauf sind 1.000 Euro, die jeden Monat verloren gehen. Fünftens: Die Mitarbeiterzufriedenheit sinkt. Niemand hat sich für die Buchhaltung qualifiziert, um acht Stunden täglich Belege abzutippen.

Das Problem ist nicht die Kompetenz des Teams. Das Problem ist das Volumen. Manuelle Rechnungserfassung skaliert linear. Wenn das Unternehmen wächst, wächst der Aufwand proportional. Aber das Buchhaltungsteam wächst nicht mit.

2. Was automatische Rechnungserfassung wirklich bedeutet

Automatische Rechnungserfassung ist mehr als OCR mit Buchungsvorschlägen. Sie ist ein durchgängiger Prozess aus vier Stufen, der den gesamten Weg vom physischen oder digitalen Beleg bis zur Buchung im ERP System abbildet:

Stufe 1, Scan: Der Beleg kommt als Papier, PDF, E Mail Anhang oder E Rechnung ins System. Papierbelege werden gescannt, digitale Belege direkt übernommen. E Rechnungen im ZUGFeRD oder XRechnung Format werden maschinell ausgelesen, ohne dass OCR nötig ist.

Stufe 2, Klassifizierung: Die KI erkennt, um welchen Belegtyp es sich handelt. Rechnung, Lieferschein, Gutschrift, Abschlagsrechnung, Tankquittung, Reisekostenbeleg. Jeder Typ erhält ein eigenes Extraktionsmodell. Die Muster Erkennung identifiziert Lieferanten mit abweichenden Layouts und passt die Extraktionsregeln an.

Stufe 3, Extraktion: Die KI liest nicht nur Text. Sie versteht den Kontext. Sie extrahiert nicht nur Betrag und Datum, sondern auch Zahlungsbedingungen, Skontofristen, Referenznummern, Bestellnummern und USt IdNr. Auch bei abweichenden Layouts oder ausländischen Rechnungen arbeitet sie mit einer Genauigkeit von über 94 Prozent.

Stufe 4, Validierung und ERP Übergabe: Die KI gleicht jeden Beleg mit bestehenden Daten ab. Stimmt die Rechnungssumme mit der Bestellung überein? Ist der Lieferant bekannt? Liegt der Betrag im erwarteten Rahmen? Abweichungen werden markiert. Routinefälle werden direkt als strukturierter Buchungssatz an DATEV, SAP oder weclapp übergeben.

Was alle vier Stufen gemeinsam haben: Sie behandeln Belege nicht als isolierte Dokumente, sondern als Teil eines Workflows. Ein Beleg ist nicht nur ein Zahlungsauftrag. Er ist ein Geschäftsvorfall, der Einkauf, Lager, Lieferantenbeziehung und Steuer berührt. Wer nur den Buchungsvorgang beschleunigt, ohne den Prozess zu integrieren, gewinnt Zeit, verliert aber den Überblick.

3. Die 10 wichtigsten Felder: Ein Genauigkeits Check

Jeder Anbieter wirbt mit 98 Prozent Genauigkeit. Die entscheidende Frage lautet: Bei welchen Feldern? Ein Feld, das in 98 Prozent der Fälle richtig erkannt wird, kann in den restlichen 2 Prozent einen Schaden von mehreren tausend Euro verursachen. Die folgende Tabelle zeigt für die zehn wichtigsten Felder, wie hoch die Erkennungsgenauigkeit typischerweise liegt und was ein Fehler kostet.

Feld Genauigkeit Was passiert bei Fehler Korrekturaufwand
Rechnungsnummer 96 bis 98 % Dublette oder falscher Abgleich mit Bestellung 10 bis 15 Min
Rechnungsdatum 94 bis 97 % Falsche Periode, verpasste Skontofrist 5 bis 8 Min
Betrag brutto 97 bis 99 % Falsche Zahlung, Mahngebühr 15 bis 25 Min
Betrag netto 95 bis 98 % Falsche USt Berechnung, steuerliche Korrektur 20 bis 30 Min
Steuerbetrag / Steuersatz 92 bis 96 % Falsche USt Voranmeldung, Betriebsprüfung 30 bis 60 Min
USt IdNr. 88 bis 94 % Kein Vorsteuerabzug, Nachforderung 25 bis 45 Min
IBAN 98 bis 99 % Falsche Überweisung, Rückbuchung 45 bis 90 Min
Kundennummer / Lieferant 94 bis 97 % Falsche Zuordnung, falscher Kontakt 8 bis 12 Min
Bestellnummer 85 bis 92 % Kein Matching mit Einkauf, Nachfrage 10 bis 20 Min
Zahlungsbedingung 82 bis 90 % Verpasster Skonto, verzögerte Zahlung 15 bis 30 Min

Die Erkenntnis: Felder wie IBAN und Betrag brutto werden fast immer richtig erkannt. Die großen Risiken liegen bei Zahlungsbedingungen, Bestellnummern und USt IdNr. Hier bricht die Erkennung bei ungewöhnlichen Layouts zusammen. Ein System, das nur die einfachen Felder liest, spart Tippzeit. Ein System, das auch die kritischen Felder zuverlässig erkennt, spart Denkzeit und verhindert Schäden.

4. Was ein falsch erfasstes Feld kostet

Die Kosten einer fehlerhaften Erfassung lassen sich nicht nur in Minuten messen. Sie lassen sich in Euro quantifizieren. Ein Mittelständler mit 300 Belegen pro Monat und einer Fehlerrate von 5 Prozent hat 15 fehlerhafte Belege. Die folgende Tabelle zeigt die typischen Kosten pro Fehlertyp.

Fehlertyp Häufigkeit Kosten pro Fall Kosten pro Monat
Falsches Datum
Skontofrist verpasst
3 bis 5 % 20 bis 100 Euro
entgangener Skonto
180 bis 500 Euro
Falsche IBAN
Fehlüberweisung
0,5 bis 1 % 50 bis 200 Euro
Rückbuchung + Mahngebühr
75 bis 600 Euro
Falsche USt IdNr.
Kein Vorsteuerabzug
1 bis 2 % 19 bis 100 Euro
Steuervorteil verloren
57 bis 600 Euro
Falsche Kostenstelle
Fehlbuchung
2 bis 4 % 15 bis 30 Euro
Korrektur + Report
90 bis 360 Euro
Fehlende Bestellnummer
Kein Matching
3 bis 6 % 10 bis 25 Euro
Nachfrage + Verzögerung
90 bis 450 Euro
Falscher Steuersatz
USt VA falsch
0,5 bis 1,5 % 50 bis 300 Euro
Korrekturanmeldung
75 bis 675 Euro

Die Summe: Ein KMU mit 300 Belegen pro Monat verliert durch Erfassungsfehler typischerweise 500 bis 3.000 Euro monatlich. Das sind 6.000 bis 36.000 Euro jährlich. Hinzu kommen indirekte Kosten: verzögerte Abschlüsse, längere Betriebsprüfungen, gestresste Mitarbeiter und schlechtere Lieferantenbeziehungen durch verspätete Zahlungen.

5. Software Vergleich: Vier Wege zur automatischen Rechnungserfassung

Nicht jedes Unternehmen braucht die gleiche Lösung. Der Markt bietet vier Kategorien, die sich nach Komplexität, Integrationsgrad und Preis unterscheiden:

Kategorie Was sie kann Preis (ca.) Für wen
Manuell + Traditionelle Software
DATEV, Lexware
GoBD konforme Buchführung, Standardberichte, gesetzliche Archivierung. Keine automatische Erfassung. 50 bis 200 Euro/Monat + Mitarbeiterzeit Sehr kleine Betriebe mit unter 20 Belegen/Monat
Cloud Buchhaltung mit Basis OCR
sevDesk, Debitoor/Bexio, Fastbill
Rechnungs Upload, einfache OCR Erkennung, digitale Belegablage. Basis Automation für Standardfälle. 20 bis 80 Euro/Monat + begrenzte OCR Kleine KMUs mit einheitlichen Rechnungsformaten
Spezialisierte IDP Software
Klippa, Rossum, Candis, Yokoy
Fortschrittliche OCR, automatische Konto Zuordnung, Freigabe Workflows. Oft als Add on zu bestehenden Systemen. 150 bis 500 Euro/Monat + Setup Mittelständler mit hohem Volumen und klaren Prozessen
Integrierte Intelligenz Schicht
NaveSight
KI Erfassung + Klassifizierung + Validierung + Cross Module Integration. Bestehende Software bleibt. 290 bis 990 Euro/Monat + einmalige Einführungskosten je nach Umfang KMUs, die Rechnungserfassung mit Einkauf, Lager und Controlling verbinden wollen

Die Entscheidungshilfe: Wer unter 20 Belegen pro Monat hat und keine Wachstumspläne, kommt mit manueller Erfassung oder Cloud Buchhaltung aus. Wer 50 bis 200 Belege pro Monat bearbeitet und bereits ein ERP oder Buchhaltungssystem nutzt, profitiert von spezialisierten IDP Tools. Wer jedoch Belege nicht isoliert, sondern als Teil des gesamten Finanz Workflows betrachtet, braucht eine Lösung, die Rechnungserfassung mit den anderen Modulen verbindet.

6. Was die Einführung kostet, pro Beleg

Die meisten Anbieter zeigen nur Monatspreise. Für eine fundierte Entscheidung braucht der Mittelstand jedoch die Kosten pro Beleg. Die folgende Tabelle rechnet alle Kosten auf den einzelnen Beleg herunter.

Kostenart Cloud OCR IDP Software Intelligenz Schicht
Einmalige Kosten
Scanner (optional) 0 bis 300 Euro 300 bis 800 Euro 300 bis 800 Euro
Setup & Konfiguration 0 bis 500 Euro 1.000 bis 3.000 Euro 1.500 bis 5.000 Euro
Wissensbasis Aufbau 0 Euro 500 bis 1.500 Euro 800 bis 2.000 Euro
Laufende Kosten (pro Monat)
Software Lizenz 20 bis 80 Euro 150 bis 500 Euro 290 bis 990 Euro
Kosten pro Beleg 0,10 bis 0,25 Euro 0,30 bis 0,60 Euro 0,50 bis 0,80 Euro
Beispielrechnung bei 300 Belegen/Monat
Gesamtkosten/Monat 50 bis 155 Euro 240 bis 680 Euro 440 bis 1.230 Euro
Ersparnis (3 Min/Beleg x 45 Euro/h) 675 Euro 675 Euro 675 Euro
Nettoersparnis/Monat 520 bis 625 Euro 0 bis 435 Euro minus 555 bis 235 Euro

Die Erkenntnis: Bei 300 Belegen pro Monat ist Cloud OCR die kostengünstigste Option. Aber sie deckt nur die einfachsten Felder ab und bietet keine Integration in andere Module. IDP Software ist bei diesem Volumen bereits amortisierbar. Die Intelligenz Schicht lohnt sich erst ab 500 Belegen pro Monat oder wenn die Cross Module Integration (Einkauf, Lager, Cashflow) einen Mehrwert generiert. Wer nur Tippzeit sparen will, kommt mit Cloud OCR aus. Wer Denkzeit sparen und Fehler vermeiden will, braucht IDP oder eine Intelligenz Schicht.

7. Der 30 Tage Scan to ERP Plan

Die Einführung automatischer Rechnungserfassung lässt sich in vier Wochen strukturieren. Jede Woche hat ein klares Ziel, konkrete Aufgaben und messbare Ergebnisse.

Woche 1: Inventarisierung

  • Belegarten zählen (Rechnung, Lieferschein, Gutschrift, Quittung)
  • Lieferanten erfassen (Name, Format, Häufigkeit)
  • Buchhaltungssystem prüfen (DATEV, SAP, weclapp, Lexware)
  • Scanner oder digitale Eingangskanäle einrichten
  • Ziel: 100 Prozent der Belegarten erfasst

Woche 2: Wissensbasis Aufbau

  • Lieferantenstamm importieren
  • Buchungskonten zuordnen (Konto, Kostenstelle, Steuerschlüssel)
  • Extraktionsfelder definieren (welche 10 Felder sind relevant)
  • Regeln konfigurieren (Freigabe ab Betrag X)
  • Ziel: Erste 20 Lieferanten vollständig konfiguriert

Woche 3: Testbetrieb

  • 50 echte Belege aus den letzten 3 Monaten hochladen
  • Genauigkeit pro Feld messen (Tabelle aus H2 3 anwenden)
  • Fehler korrigieren und Wissensbasis trainieren
  • Freigabe Workflows testen
  • Ziel: 95 Prozent Genauigkeit bei den 5 wichtigsten Feldern

Woche 4: Produktivbetrieb

  • Neueingehende Belege direkt ins System leiten
  • Prüf Oberfläche für Buchhalter einrichten
  • Monitoring Dashboard konfigurieren (Fehlerrate, Durchlaufzeit)
  • GoBD Konformität dokumentieren
  • Ziel: 80 Prozent der Routinebelege automatisch erfasst

Nach 30 Tagen läuft die automatische Rechnungserfassung im produktiven Betrieb. Nach 90 Tagen erkennt das System auch komplexe Fälle und schlägt automatisch Freigabeketten vor. Nach 180 Tagen ist die Wissensbasis so trainiert, dass über 95 Prozent der Routinebelege ohne manuellen Eingriff gebucht werden.

8. GoBD und automatische Rechnungserfassung: Die 7 Punkte Checkliste

Die GoBD gilt für automatisierte Prozesse genauso wie für manuelle. Wer KI zur Rechnungserfassung einsetzt, muss sieben Anforderungen erfüllen:

GoBD Checkliste für automatische Rechnungserfassung

1. Jedes Originaldokument wird unverändert abgelegt. OCR und KI dürfen das Original nicht verändern.
2. Der gesamte Erfassungsprozess ist dokumentiert: Software, Extraktionsmethode, Prüfschritte.
3. Jeder Extraktionsschritt wird protokolliert. Korrekturen, Regelanwendungen und Freigaben sind lückenlos nachvollziehbar.
4. Die Verarbeitung findet auf Servern in der EU statt. Keine Datenübertragung in Länder mit unzureichendem Datenschutz.
5. Personenbezogene Daten werden nicht zum Training von KI Modellen verwendet.
6. E Rechnungen im ZUGFeRD oder XRechnung Format werden maschinell verarbeitet, ohne dass OCR nötig ist.
7. Belege werden zehn Jahre lang digital archiviert. Die Lesbarkeit ist über die gesamte Frist gewährleistet.

Ergebnis: Wer alle sieben Punkte abhaken kann, erfüllt die GoBD für automatisierte Rechnungserfassung. Wer Punkte offen lässt, hat ein Audit Risiko, das bei der nächsten Betriebsprüfung teuer werden kann.

NaveSight erfüllt alle sieben Punkte: Unveränderliche Speicherung auf deutschen Servern, lückenloser Audit Trail, DSGVO konforme Verarbeitung ohne Modell Training mit Kundendaten, Unterstützung für ZUGFeRD und XRechnung, und revisionssichere Archivierung für zehn Jahre.

9. Wann lohnt sich der Schritt: Ein Entscheidungsbaum nach Belegvolumen

Die meisten Ratgeber ordnen nach Unternehmensgröße. Das ist falsch. Entscheidend ist nicht die Mitarbeiterzahl, sondern das Belegvolumen. Ein Dienstleister mit 30 Mitarbeitern und 400 Belegen hat andere Anforderungen als ein Handwerker mit 80 Mitarbeitern und 50 Belegen.

Belege/Monat Empfohlene Lösung Kosten/Monat ROI
Unter 20 Manuell + Traditionelle Buchhaltungssoftware 50 bis 200 Euro Negativ. Setup kostet mehr als Ersparnis.
20 bis 100 Cloud Buchhaltung mit Basis OCR 20 bis 80 Euro 3 bis 6 Monate
100 bis 500 Spezialisierte IDP Software 150 bis 500 Euro 3 bis 9 Monate
Über 500 Integrierte Intelligenz Schicht 290 bis 990 Euro 2 bis 6 Monate
Über 500 + Multiple Belegtypen Integrierte Intelligenz Schicht mit Cross Module Verbindung 590 bis 990 Euro 1 bis 4 Monate

Zusatzfaktor Belegkomplexität: Wer nur Standardrechnungen von zehn Lieferanten erhält, kommt mit einfacher OCR aus. Wer Lieferscheine, Gutschriften, Abschlagsrechnungen, Tankquittungen und Reisekostenbelege von 50 Lieferanten verarbeitet, braucht Klassifizierung und lernfähige Extraktion. Die Belegkomplexität ist genauso wichtig wie die Belegmenge.

10. Die versteckte Verbindung: Wie Rechnungserfassung den Cashflow verbessert

Automatische Rechnungserfassung hat einen direkten Einfluss auf den Cashflow. Schnellere Erfassung bedeutet frühere Buchung. Frühere Buchung bedeutet frühere Zahlung. Frühere Zahlung bedeutet bessere Liquidität und niedrigeres DSO.

Die Zahlen zeigen den Zusammenhang. Ein KMU mit 300 Belegen pro Monat und einer manuellen Durchlaufzeit von fünf Tagen bucht die Rechnungen im Durchschnitt drei Tage nach Eingang. Mit automatischer Erfassung sinkt die Durchlaufzeit auf unter einen Tag. Die Rechnung ist am Tag des Eingangs gebucht und kann am nächsten Tag bezahlt werden. Das spart drei Tage Fristenlaufzeit pro Beleg.

Bei 300 Belegen und einem durchschnittlichen Rechnungsbetrag von 800 Euro sind das 240.000 Euro monatliches Rechnungsvolumen. Drei Tage schnellere Zahlung bedeuten bei einem Zinsniveau von 5 Prozent jährlich eine Liquiditätserparnis von etwa 1.000 Euro pro Monat. Hinzu kommt die höhere Skonto Nutzung. Manuell erreichen KMUs typischerweise 40 bis 60 Prozent Skonto Nutzung. Mit automatischer Erfassung und rechtzeitigen Zahlungserinnerungen steigt die Quote auf über 90 Prozent. Bei 2 Prozent Skonto auf 50.000 Euro monatlichem Einkauf sind das 1.000 Euro zusätzlicher Ertrag pro Monat.

Die Verbindung zwischen Rechnungserfassung und Cashflow wird in den meisten Ratgebern ignoriert. Sie ist aber der stärkste wirtschaftliche Hebel. Wer Rechnungen schneller erfasst, bezahlt schneller, nutzt Skonto besser und reduziert das DSO. Das ist kein Nebeneffekt. Das ist der Hauptgrund, warum automatische Rechnungserfassung sich rechnet.

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Häufig gestellte Fragen

Was kostet automatische Rechnungserfassung pro Beleg?
Die Kosten pro Beleg liegen je nach Automatisierungsgrad zwischen 0,10 und 0,80 Euro. Einfache Cloud OCR Lösungen kosten etwa 0,10 bis 0,25 Euro pro Beleg. Spezialisierte IDP Software liegt bei 0,30 bis 0,60 Euro. Eine Integrierte Intelligenz Schicht mit Middleware, Wissensbasis und Cross Module Verknüpfung liegt bei 0,50 bis 0,80 Euro pro Beleg. Hinzu kommen einmalige Setup Kosten zwischen 1.500 und 5.000 Euro. Bei 300 Belegen pro Monat und drei Minuten manuellem Aufwand pro Beleg ergibt sich eine Ersparnis von 675 Euro monatlich. Abzüglich der Softwarekosten bleibt bei Cloud OCR ein Nettoersparnis von 520 bis 625 Euro. Bei einer Intelligenz Schicht ist die Amortisation ab 500 Belegen pro Monat erreicht.
Funktioniert das mit DATEV, SAP Business One oder weclapp?
Ja. NaveSight verbindet sich über eine Middleware mit gängigen Buchhaltungssystemen wie DATEV, SAP Business One, Microsoft Dynamics 365 Business Central, weclapp und Lexware. Die bestehende Software bleibt erhalten. NaveSight liest die Rechnungen, extrahiert die Daten und übergibt sie im richtigen Format an das Buchhaltungssystem. Kein Systemwechsel, keine Datenmigration. Die Wissensbasis lernt die spezifischen Buchungsmuster des Unternehmens. Jeder Lieferant hat eine Historie: welches Konto, welche Kostenstelle, welcher Steuersatz. Neue Rechnungen werden auf Basis dieser Historie vorbelegt.
Wie hoch ist die Erkennungsgenauigkeit bei Rechnungen?
Bei standardisierten Rechnungen liegt die Extraktionsgenauigkeit bei 96 bis 98 Prozent. Das betrifft Felder wie Betrag, Datum, Steuernummer, IBAN, Rechnungsnummer und Kundennummer. Bei Rechnungen mit ungewöhnlichem Layout oder fehlenden Pflichtangaben startet die Genauigkeit bei 88 bis 92 Prozent und steigt durch das Lernen der Wissensbasis kontinuierlich an. Die Muster Erkennung identifiziert Lieferanten mit abweichenden Formaten und schlägt Anpassungen vor. Die größten Risiken liegen bei Zahlungsbedingungen, Bestellnummern und USt IdNr. Ein System, das nur die einfachen Felder liest, spart Tippzeit. Ein System, das auch die kritischen Felder zuverlässig erkennt, spart Denkzeit und verhindert Schäden.
Welche Belegarten lassen sich automatisch erfassen?
Moderne Systeme erfassen nicht nur Rechnungen, sondern auch Lieferscheine, Gutschriften, Abschlagsrechnungen, Schlussrechnungen, Reisekostenbelege, Tankquittungen und Bewirtungsbelege. Die Klassifizierung erkennt automatisch den Belegtyp und wendet das passende Extraktionsmodell an. E Rechnungen im ZUGFeRD oder XRechnung Format werden direkt maschinell ausgelesen, ohne dass OCR nötig ist. Handschriftliche Notizen auf Rechnungen werden von fortgeschrittenen Systemen mit einer Genauigkeit von 85 bis 90 Prozent erkannt.
Ist die GoBD Konformität bei KI Erfassung gewährleistet?
Ja. GoBD konforme KI Rechnungserfassung erfordert drei Dinge: Unveränderliche Dokumentenspeicherung, nachvollziehbare Verarbeitungsprotokolle und revisionssichere Archivierung. NaveSight speichert jedes Originaldokument unverändert, dokumentiert jeden Extraktionsschritt im Audit Trail und archiviert sowohl das Original als auch die extrahierten Daten revisionssicher. Die Verarbeitung erfolgt auf EU Servern, DSGVO konform und ohne Weitergabe an Dritte zum Modell Training. Eine Verfahrensdokumentation beschreibt den gesamten Prozess vom Belegeingang bis zur Archivierung.
Wie lange dauert die Einführung bis zum produktiven Betrieb?
Die technische Einrichtung dauert 3 bis 5 Tage. Der aufwendigere Teil ist der Aufbau der Wissensbasis: Das Definieren der Lieferanten, das Zuordnen von Buchungskonten und das Testen mit echten Rechnungen aus den letzten drei Monaten. Nach 14 Tagen läuft die KI im Testbetrieb. Nach 30 Tagen erfasst sie den Großteil der Routine Rechnungen selbständig. Nach 90 Tagen erkennt sie auch komplexe Buchungsfälle und schlägt automatisch Freigabeketten vor. Nach 180 Tagen ist die Wissensbasis so trainiert, dass über 95 Prozent der Routinebelege ohne manuellen Eingriff gebucht werden.
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